Eine fast wahre Geschichte..


 

Beginnen wir mit einer  Metapher…- oder sollte man es nicht ganz stilecht  Fabel nennen?

 

Es war einmal ein Reh. Das lebte viele Jahre bei einem Förster. Das Reh war schwach und einsam gewesen und der Förster hatte  es zu sich in sein geschütztes Gehege geholt. Beide lebten nun ruhig und friedlich zusammen.  Der Förster wars zufrieden. Er liebte die Ruhe und Besinnlichkeit und hasste jede Veränderung.

Das Reh aber schaute  immer öfter sehnsüchtig über den Zaun in die Freiheit des undurchdringlichen Waldes hinaus. Wie mag es dort sein, fragte es sich oft. Und eines Tages wagte es den kühnen Sprung. Ein bisschen verletzte es sich dabei, denn es  blieb  am Maschendraht hängen. Draußen angekommen, schaute  sich das Reh ängstlich um. Es fror. Der Wald sah gefährlich und düster aus.  Das Reh  fühlte sich allein. Doch dann sah es am Waldrand einen jungen Hirsch stehen. Er schien nur auf sie gewartet zu haben. Als er die kleine Wunde am Fell des Rehs entdeckte,  berührte er sie nur leicht und die Verletzung verschwand.

 Mit ihm machte das Reh- Leben so richtigen Spaß. Sie suchten zusammen die saftigsten Gräser und Zweige. Sie naschten von unbekannten schmackhaften Trieben, die dem Reh bisher fremd gewesen waren. Aber in jedem Gebüsch lauerten auch Gefahren, vor denen das Reh Angst hatte, wenn der Hirsch einmal nicht  da war. Eines Tages stand der Förster plötzlich vor ihr, und sie folgt ihm wieder in das bekannte vertraute Gehege.

Der Förster kümmerte sich erneut um das Wohlergehen seines Rehs, er tat alles, was in seinen Kräften stand. Das Reh aber hatte so großen Hunger. Deshalb war die Grasnarbe  bald kahl gefressen. Kein noch so guter Dünger half. Was sollte der Förster nun tun? Er konnte die Bedürfnisse des Rehs sehr gut verstehen. So  öffnete er schweren Herzens das Gartentor  und überließ es dem Reh, ob es bleiben wollte und sich mit den restlichen trockenen Halmen begnügen würde,  oder ob es sich auf die Suche nach einer anderen Weide begeben würde, wo das Gras noch saftig und reichlich vorhanden ist.

 

Was wird das Reh nun tun? Welche Möglichkeit wird es wählen? Es braucht schließlich noch Bewegung, und außerdem, ganz ohne Gras, nur mit dürrem Heu, würde es verkümmern. Es begibt sich also zum zweiten Mal ins Freie. Etwas unsicher sind seine Schritte. Es dreht sich häufig um, überlegt, ob es nicht doch wieder umkehren soll. Denn das Tor ist offen…

 

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